Druckerkalibrierung – Teil 2 Drucker


Wozu braucht man eigentlich eine Druckerkalibrierung?
– Es gibt doch Profile!

Jain (wie so oft). Die aktuellen Fineartprinter in höheren Preisbereichen haben inzwischen eine sehr hohe Qualität, sodaß Fertigungsstreuungen sehr gering sind. Nutzt man also die passenden Papiere mit den entsprechenden Farbprofilen der Hersteller, kann man (fast) immer sehr gute Qualität erhalten. Und doch gibt es triftige Gründe für die eigene Druckerkalibrierung:

  1. Ein Consumerprodukt hat doch deutliche Qualitätsstreuungen
  2. Papiere ohne ICC Profil
  3. Papiere ohne passendes ICC Profil für Ihren Drucker
  4. Fremdtinte

Unter einem Consumerdrucker (ich liebe diese neudeutschen denglischen Wörter) verstehe ich einen Drucker, meist DIN A4, der zwar in Fotoqualität ausdrucken kann, sich preislich jedoch im Bereich um oder unter 100.- € befindet. Hier findet eine Massenproduktion statt, die deutlichen Fertigungsschwankungen unterliegt. Allerdings stellt sich da natürlich die Frage, ob es sich wirklich rechnet, für einen Drucker in der 100.- Euroliga für eine Druckerkalibrierung zwischen 70.- und 400.- Euro auszugeben. Wobei die 70.- Euro vielleicht noch Verständnis bekommen, eine 400.- Euro Ausgabe für ein großes Kalibrierkit oder -set steht natürlich nicht direkt in einem sinnvollen Verhältnis.

Über den Sinn (oder Unsinn), Papiere von günstigeren noname oder Fremdherstellern zu nutzen oder Geld zusparen und mit billiger Tinte zu arbeiten gibt es seitenweise Diskussionen und entsprechende Kommentare im Netz, die ich hier auch nicht kommentieren möchte. Fazit auf jeden Fall, wer Fremdtinte verwendet, wird wohl um eine Kalibrierung nicht herum kommen, wenn er weiterhin gute Druckqualität erwartet. Es muß nicht die Patrone für 45 Cent sein, es gibt durchaus Qualitätstinten, die ungefähr beim halben Preis der Originale liegen. Auch das rechnet sich durchaus.

Bei Papieren seien hier als Beispiel die teilweise wirklich hervorragenden (und günstigen) Papiere von Epson genannt. Wer allerdings einen HP oder Canondrucker verwendet, schaut bei den ICC-Profilen in die Röhre. Auch hier hilft eine Druckerkalibrierung deutlich weiter.

Kalibrierung mit Profile Prism
Um meine Leser nicht zu lange auf die Folter zu spannen (und weil ich natürlich selbst sehr sehr gespannt auf das Ergebnis war), gab es heute die erste Kalibrierung:

  • Epson Stylus Pro 3800
  • Originaltinte (noch)
  • ppd perl premium seidenglanz Papier (ohne ICC Profil)

Genau nach Anleitung wurde das Kalibrierungsbild der Software ausgedruckt, dabei natürlich alle Farbeinstellungen (Drucker, Papier usw.) abgeschaltet.
Danach das IT8 Target und den Ausdruck nach Anleitung eingescannt und mit Profile Prism das ICC Profil für dieses Papier und den Drucker erstellt, abgespeichert und installiert.

Ausdruck des Kalibrierungstargets ohne ICC Profil

Ausdruck des Kalibrierungstargets ohne ICC Profil

Dann der gespannte Ausdruck unter Einbeziehung des neu erstellten Druckerprofils. Das Ergebnis sehen Sie hier.

Kalibrierungsausdruck mit dem erstellten ICC Profil

Kalibrierungsausdruck mit dem erstellten ICC Profil

Auch die ersten Tests mit Fotos verliefen positiv. Es werden sicher noch weitere Ausdrucke folgen, meine Erfahrungen können Sie hier dann natürlich wieder nachlesen.

Die Artikelreihe zu dem Thema

  1. Kalibrierung wirklich nötig? Teil 1 Scanner
  2. Druckerkalibrierung – Teil 2 Drucker
  3. Teil 3
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