Laptop für die Bildbearbeitung


Vorsicht vor „alten“ Grafikchips
Regelmäßig stellt sich die Frage nach dem optimalen und bezahlbaren Laptop zur Bildbearbeitung. Meist hat man ja einen Desktop zur Verfügung, der für die Bildbearbeitung genutzt wird, doch bietet ein Laptop, gerade wenn man unterwegs ist, als zusätzliche Arbeitshilfe eine hervorragende Unterstützung. Aber…
Welcher Laptop ist der richtige?
Für Apple-User stellt sich die Frage eher selten, da die meist bei dem Hersteller bleiben, allein schon, um unterschiedliche Versionen der Programme und entsprechende Inkompatibilitäten zu vermeiden. Windows-User haben hier zwar deutliche Preisvorteile, aber müssen auch entsprechend genauer auf die Hardware achten. Das ist mitunter ein durchaus anspruchsvolles Unterfangen.
Prozessor, Ram und Windowsversion
Wer mit dem Laptop auch ohne größere Wartezeiten Bildbearbeitung betreiben möchte, hat hier bereits die ersten Hürden. Ich beginne mal mit der Windowsversion, da diese für optimalen Betrieb die Hardware schon vorgibt. Eines ist dabei deutlich, es spricht heute absolut nichts mehr gegen eine 64 bit Version, im Gegenteil, das ist sogar ein zwingendes Muß. Gab es bei Vista noch Animositäten (die ich alllerdings nie verstanden habe, mein Vista 64 lief von Anfang an fehler- und absturzfrei und absolut problemlos), sind die aktuellen Versionen was Geschwindigkeit und Absturzsicherheit betrifft, einfach toll. Es muß also zwingend ein 64-bit-Windows her. Wer noch eine 32bit-Version von Vista oder Windows 7 hat, sollte sich umgehend über ein update Gedanken machen. Wer ein neues Laptop sich zulegt, sollte auf jeden Fall die 64-bit-Version installieren. Der Datenaustausch zum Desktop funktioniert reibungslos. Somit läßt sich durchaus parallel auf 64 und 32 bit-Versionen arbeiten und die Dateien austauschen, falls nötig.
Optimal für 64 bit sind dann natürlich entsprechend viel Ram. 4 Gigabyte sind standard, 8 Gigabyte sollte man sofort ins Auge fassen. Deshalb macht es durchaus Sinn, sich seinen Laptop vor dem Kauf genau anzuschauen. Ein späteres Aufrüsten kann teuer werden, wenn die zwei (oder vier) Ramplätze voll belegt sind. Das kommt recht häufig vor, so werden die vorhandenen Speicherplätze voll ausgenutzt, entweder mit 2x2GB oder sogar 4x1GB um die 4 GB Speicherplatz zu füllen. Wer dann auf 8GB aufrüsten möchte, kann alle vorhandenen Speicherchips im Schrank einmotten, denn er benötigt entsprechend 2 neue Chips à 4 GB. Also gleich den Verkäufer oder Händler entsprechend löchern, wie der Aufpreis möglichst auch nur den Speicherausbau berechnet und nicht den kompletten Neukauf der Ramchips. Und lassen Sie sich nicht erzählen, daß 4 GB Ihnen lange reichen werden und die Speicherchips ja auch im Preis fallen. Ihre alten Chips werden Sie dann auch nicht los bekommen. Davon abgesehen kann der Kauf und das Einsetzen der neuen Chips auch heute noch ein durchaus adventureähnliches Spiel werden. Akzeptiert das Motherboard dann die 4GB Chips und welche genau? Und wo kauf ich die und wenn ich die dann eingebaut habe und es funktioniert nicht, woran liegts? Je nach Fähigkeit des Verkäufers/Aufrüsters werden dann die Schuldzuweisungen nicht enden und Sie sind der Leidtragende.
Ramfazit: Wenn möglich, gleich mit 8 GB Ram zum Aufrüstpreis oder der Rechner hats gleich drin. Dann ist das Problem gelöst.
Der Prozessor sollte derzeit ein Intel i5 oder noch besser gleich ein i7 sein. Intel hat im Moment mit Mobilbereich ein klein wenig die Nase vorn. Der i7 ist, was Stromverbrauch und Leistung im Vergleich betrifft, das beste was man haben kann. Und genau das braucht der Bildbearbeiter auch, wenn er am Laptop halbwegs brauchbar arbeiten möchte. Unter einem i5 sollten Sie auf keinen Fall gehen, damit tun Sie sich wirklich keinen Gefallen und preislich können Sie soviel nicht sparen, wie sie Ärger vermeiden.
Fazit: Optimal ein Intel i7, 8GB Ram und ein 64bit-Windows. Ein i5 wenn es sich finanziell wirklich bemerkbar macht.
Achtung, eine wichtige Sache fehlt. Der Grafikprozessor!
Ältere Computersemester wissen, der Schwachpunkt bei Laptops ist der Grafikprozessor. Früher hat man auf diesen im Laptopbereich auch wenig geachtet, zu sehr glichen sich die angebotenen Modelle, die nur eins gemeinsam hatten: Schwachbrüstig waren sie alle. Der kurze Versuch, eine Grafikkartenschnittstelle zu integrieren, hatte nur kurzfristig Erfolg. Zu teuer waren die Karten, zu wenige gab es und durch mangelnden Konkurrenzkampf blieb die Leistung in keinem Verhältnis zum Stromverbrauch und dem Preis.
Das hat sich geändert. Heute finden sich schnelle Grafikprozessoren auf den Boards der Laptops und auf allen blinken uns die silbernen Aufkleber mit dem Namen der Prozessoren entgegen. Doch genau hier lauert die Gefahr! Nicht alles was da glänzt ist wirklich gold (oder auf dem Aufkleber silber) wert. Teilweise werden „alte“ Grafikprozessoren mit neuem Namen als „Topaktuell“ angepriesen, teilweise sind es wirklich Prozessoren aus der neusten Fertigung.
Ganz ehrlich, ich behaupte, wenn sie Ihren Fachverkäufer Ihrer Wahl Fragen dazu stellen, werden die wenigsten diese wirklich unterscheiden können, geschweige denn, ihre Unwissenheit zugeben.
Deshalb gebe ich Ihnen hier eine aktuelle Bezeichnungsliste (ohne Gewähr) als Grundlage Ihrer Suche. Ich werde keine Empfehlung für oder gegen nvidia oder AMD geben, die Leistungsunterschiede sind in den entsprechenden Preisklassen meist marginal und auch von Anwendung zu Anwendung unterschiedlich. Aber ein aktueller Chipsatz ist in der Regel zumindest stromsparender und durch Updates auch zukunftsicherer.
Achten Sie auch auf die letzten beiden Zahlen (Zehner und Einer), die Serien sind leider kein Garant mehr für ein aktuelles Produkt.
Aktuelle Grafikprozessoren für Laptops (Stand 09.2012)

nvidia GT 640m LE GT 640m GT 650m GTX 660 GTX 680M
AMD
HD 7700M
HD 7800M
HD7900M

Gehen Sie davon aus, daß „ähnliche“ Namen eventuell nicht die neusten Grafikprozessoren beinhalten. Im Zweifelsfall testen Sie Ihren Verkäufer Ihres Vertrauens. Bei nvidia heißen die älteren Prozessoren Fermi, die aktuellen Kepler. Bei AMD sind die älteren Northern Island, die aktuellen Southern Island.

Fazit:
Ihr Rechner sollte also möglichst einen Intel i7-Prozessor (zur Not i5) haben, mit 8 GB Ram ausgestattet sein, ein 64bit-Windows beinhalten und einen Grafikprozessor der oben angegeben Serien haben. Dann steht Ihnen ein optimales Arbeitsgerät zur Verfügung, mit dem Sie auch über Jahre zufrieden sein können.

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