Filmentwicklung in der Waschmaschine oder Telefonieren mit dem Fotoapparat


Ilford XP im Waschmaschinenbad
Es war ein toller Artikel, den ich vor gut 30 Jahren in einer Fotozeitschrift entdeckte. Eine genaue Anleitung, wie man den Ilford XP Schwarzweißfilm einfach in der Waschmaschine entwickeln kann. Bisher hatte ich die Entwicklung immer in der Jobodrum durchgeführt, da erschien mir eine automatische Entwicklung einfacher, vor allem, wenn das wirklich so gut funktionieren sollte. Zuerst mußte natürlich das Glasfenster lichtdicht abgedeckt werden, sonst wäre ja während der Entwicklung in der Waschmaschinentrommel Licht eingedrungen. Auch das Filmaufrollen, entweder auf eine Entwicklungsspule, oder das einfache einlegen des aus der Filmpatrone ausgewickelten Filmes mußte natürlich in Dunkelheit erfolgen (was in der Kellerwaschküche ohne Fenster problemlos war). Der Arbeitsablauf entsprach dann eigentlich einem normalen Waschvorgang, nur daß, statt Waschmittel, eben Entwickler eingefüllt wurde. Durch die Möglichkeit, auch Vorwaschgänge durchzuführen, schien mir dauerhaft auch eine Farbentwicklung möglich zu sein. Vor allem schien es mir logisch, daß ich bei größeren Mengen an Film, deutlich an Chemikalien sparen könnte, vom hervorragenden Wässern in der Waschmaschine ganz zu schweigen. Auch die Temperatureinstellungen fand ich außerordentlich praktisch. Konnte doch so gut Einfluß auf die Entwicklungszeit genommen werden.  Die Eltern wurden vorsichtigerweise nicht über die Zweckentfremdung der Waschmaschine informiert, man weiß ja nie, wie die ältere Generation auf so eine Idee reagiert.
Nach gut einer Stunde war es dann soweit, die Waschmaschine war fertig und der Film? Unglaublich, aber er war perfekt entwickelt und gewässert. Ich war begeistert.
Allerdings nur bis die nächste Ausgabe der Zeitung erschien und ich neugierig nach dem zweiten Teil des Artikels suchte, da sollte die Farbentwicklung beschrieben werden. Die nächste Ausgabe des Monats Mai holte ich mir denn auch druckfrisch vom Zeitschriftenhändler und blätterte begierig darin. Ich fand auch schnell den Artikel, allerdings etwas anders, als ich ihn erwartete.
„Sicher haben Sie alle unseren Aprilscherz im letzten Heft entdeckt..“ las ich mit großen Augen. Es war, Sie werden es sicher erraten haben, die Filmentwicklung in der Waschmaschine.

Was das mit dem Telefonieren mit dem Fotoapparat zu tun hat? Nunja, seit die Handys und Smartphones fotografieren können und dabei auch immer bessere Qualität an den Tag legen, erzähle ich jedem der es hören möchte (und auch denen, die es nicht hören möchten): „Ich warte auf den Fotoapparat, mit dem ich telefonieren kann“. Bisher gab es jedesmal durchaus schmunzelnde und lachende Gesichter. Allerdings hat mich die Realität auch eingeholt. Auf der Photokina gibt es die ersten Fotoapparate, bzw. sind angekündigt, mit denen man telefonieren kann.
Wenn es um Technik geht, sollte man also sehr vorsichtig sein, sowohl mit ironischen Zukunftsaussagen, als auch mit Umsetzungen von Tipps, vor allem in Aprilausgaben.

Irritierendes Fazit
Was mich nur sehr irritiert hat war, daß es ja tatsächlich funktioniert hat. Damals hatte ich es versäumt, der Zeitschrift vom positiven Ausgang der Filmentwicklung zu berichten. Da war ich wohl zu ängstlich, mich bundesweit mit dieser Aussage zu blamieren. Heute würde ich das sogar fotografisch festhalten, ob das aber auch mit Speicherkarten funktioniert, wage ich anzuzweifeln. Aber vielleicht probiere ich das nächstes Jahr. Am 1. April.

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