Muß es immer Photoshop sein? Ein ganz klares Jein!


Photoshop oder warum es ((k)eine) Alternativen gibt
Die Frage, die jeden Fotografen irgendwann bewegt. Muß ich wirklich ein Monatsgehalt für ein Programm ausgeben, oder gibt es nicht günstigere Alternativen?
Wenn Sie das genauer wissen möchten, dann lesen Sie einfach weiter.
Die Kontrahenten im Überblick:

Photoshop CS 6
Extended         Normal          Update von CS 3, 4, 5
                 
Das Profiprogramm schlechthin, kommt man daran wirklich nicht vorbei?
Das hängt von Ihren Wünschen und Ansprüchen ab. Ein Profi, der Bilder nachbearbeitet, Montagen erstellt und vollständige Kontrolle über das Endergebnis haben möchte, wird an dem Programm wirklich nicht vorbeikommen. Dafür ist es einfach das Standardprogramm mit ungeahnten Möglichkeiten. Erweiterungsfähig und inzwischen auch mit 3D-Fähigkeiten (in der Extended-Version) merkt man dem Programm an, daß es für die Arbeit und alle Anforderungen des Fotografen (und sogar darüber hinaus) entwickelt ist.

Photoshop Elements
Elements 10       Bundle Elements 10 & Premiere
                           
Der kleine Bruder aus derselben Softwareschmiede, auf dem Weg zum Erwachsensein?
Seit auch Photoshop Elements mit Ebenen arbeiten kann, bietet sich dieses Programm für den ambitionierten Heimanwender an. Durch seine vielfältigen Möglichkeiten, die im privaten Bereich so ziemlich allen Anforderungen gewachsen sind, ist das Programm vom Geheimtipp zum fast vollständigen Ersatz geworden. Zumindest für die, die auf den Preis achten. Die Leistungsfähigkeit des Programmes ist enorm und als Bundle mit Premiere Elements lassen sich auch Videos sehr gut nachbearbeiten.

Photoshop Lightroom 4
Lightroom 4     Lightroom 4 upgrade
                 
Erschlägt Lightroom zum Schnäppchenpreis alle Anforderungen?
Eine Gretchenfrage, die allerdings keine ist. Lightroom ist die Software, zur Verwaltung, Sichtung und Entwicklung Ihrer Fotos. Besonders erfreulich ist dabei die hervorragende raw-Fähigkeit. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch massiv Speicherplatz. Mit Lightroom ersparen Sie sich das konvertieren in andere Dateiformate zur Nachbearbeitung und Entwicklung. Non-destructive, wie es so schön in neudeutsch heißt, ist hier das Zauberwort. Jede Änderung, die sie in Lightroom an den Dateien vornehmen, wird in einer Beschreibungsdatei gesichert, die Originaldatei bleibt unverändert. Dazu noch offene Schnittstellen, mit denen Ihnen das Programm ein oder mehrere Fotos, die Sie natürlich auswählen, passend in das jeweilige Format umwandelt, die Größe gleich anpaßt und sogar schon per ftp auch auf Ihren Webspace hochlädt, eine DVD brennt oder eine Diashow erstellt. Sie ersparen sich das Umwandeln und Speichern auf Ihrer Festplatte, dort bleiben einzig die raw-Dateien. Die Entwicklungsumgebung bietet alle (und mehr) wichtigen Möglichkeiten, Ihre Fotos zu beschneiden und zu entwickeln. Auch mit Effekten lassen sich Ihre Fotos versehen, auch hierfür gibt es inzwischen eine große Anzahl an Skripts, die sich kostenlos herunterladen und installieren lassen. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, wie ich früher ohne Lightroom überhaupt zurecht gekommen bin.

Irfanview
Kostenlos für Privatanwender, Lizenz für Geschäfts- und Firmenanwendung.
Irfanview ist mehr, als nur ein Programm zum Anzeigen von Dateien. Auch irfanview kann eine Vielzahl verschiedener raw-Formate lesen und natürlich dann auch konvertieren.  Die Thumbnailübersicht macht genau das, was sie soll, sie gibt eine Übersicht über Ihre Fotos in Ihren Ordnern, übersichtlich mit der Baumstruktur links und den Voransichten der Fotos im Hauptfenster. Die Größe der Vorschaubilder können Sie so wählen, wie es für Sie am angenehmsten ist. Einige Bildbearbeitungsfunktionen runden dabei das Programm ab.

Gimp
Komplett kostenlos, aber auch so mächtig?
Es hat seinen Grund, daß Gimp eine große Fangemeinde hat. Das Programm bietet eine Leistungsfähigkeit, die dem kostenpflichtigen Platzherren schon recht nahe kommt. Während man Gimp früher doch seine Herkunft deutlich ansah, viele einzelne Fenster, die sich, mehr oder weniger sinnvoll, irgendwo auf dem Monitor öffneten (oder eben auch nicht), ist es inzwischen erwachsen. Fast alles, was mit CS4 möglich ist, läßt sich auch mit dem kostenlosen Gimp machen. Vielleicht nicht immer so intuitiv, vielleicht nicht immer so schnell und bei Erweiterungen vielleicht nicht immer in der absolut identischen Form. Aber fast alles läßt sich machen und das ist der wohl erstaunlichste Punkt.

Fazit – Welches Programm nehme ich nun?
Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem auch vom Geldbeutel.
Wer als Privatanwender ein einfaches Programm sucht, um den schnellen Überblick über seine Bilddateien zu erhalten und mit Bildbearbeitung eher weniger zu tun haben möchte, wird zu Irfanview greifen. Geschwindigkeit und Möglichkeiten sind vielfältig und für Privatanwender ist es kostenlos, das Programm gehört somit auf jeden Rechner eines Privatnutzers oder ambitionierten Amateurs. Wer mit Fotos Geld verdient, muß eine Lizenz kaufen und da stellst sich dann die Frage, ob Photoshop Elements nicht die bessere Alternative darstellt. Ebenenenfunktionen sowie die Bildbearbeitungsmöglichkeiten bieten für den ambitionierten Amateur fast alle Möglichkeiten. Zudem wird der spätere Um-/Aufstieg auf den großen Bruder durch die ähnliche Bedienweise deutlich leichter fallen.
Gimp ist leistungsmäßig hier sicher eine kostenlose Alternative, aber einige Dinge funktionieren da eben doch ein wenig anders, als beim Marktführer. Wer allerdings bereit ist, sich hier einzuarbeiten, die Hilfe von Foren und Blogs zu dem Thema gerne annimmt, für den ist es eine sehr mächtige Alternative.
Lightroom bildet hier eine Sonderstellung. In meinen Augen gehört dieses Programm, in der neusten Version noch dazu nur halb so teuer wie in der Vorgängerversion, auf jeden Rechner. Zumindest der ambitionierte Amateur, der mit raw-Dateien arbeitet, einen logischen Workflow möchte und noch dazu Speicherplatz sparen möchte, wird auf Dauer nicht um das Programm herumkommen. Dann lieber gleich kaufen und nicht nach vielen Wochen Frust und Ärger reumütig doch zu Lightroom wechseln.
Die optimale Kombination bieten sicher Lightroom 4 und Photoshop CS 6 extended. Allerdings wird man da auch schnell zwei Monatsmieten los, wer sich jedoch ernsthaft mit der Fotografie beschäftigt, ist vom Workflow, der Geschwindigkeit und den Möglichkeiten einfach ohne Alternative. Deshalb geht meine Empfehlung hier auch nicht entweder oder, sondern eindeutig miteinander. Wer sich den großen Photoshop kauft, sollte nicht an Lightroom sparen. Zu groß sind hier die Synergieeffekte, die beide Programme zusammen dem Profi und Semiprofi bieten. Und wer das nötige Kleingeld besitzt, dem wird sich diese Frage eh nicht stellen.

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